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Liquidationswertverfahren

Das Liquidationswertverfahren: Ermittlung des Zerschlagungswerts bei Insolvenz, StaRUG und Stilllegung. Valuation Partners erstellt Liquidationsgutachten als Grundlage für Gläubigerschutz und Sanierungsentscheidungen.
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Liquidationswertverfahren – Unternehmenswert bei Stilllegung und Insolvenz korrekt ermitteln

Das Liquidationswertverfahren ermittelt den Wert, den ein Unternehmen bei geordneter oder gezwungener Auflösung durch Einzelveräußerung seiner Vermögensgegenstände erzielen würde. Maßgeblich sind die tatsächlich erzielbaren Veräußerungserlöse – keine Buchwerte, keine Fortführungsannahmen. Von diesen Erlösen werden sämtliche Verbindlichkeiten, Abwicklungskosten und Steuern abgezogen.

In der Bewertungspraxis hat das Liquidationswertverfahren eine besondere Doppelrolle: Erstens ist es die alleinige Bewertungsgrundlage, wenn ein Unternehmen tatsächlich aufgelöst werden soll (echte Liquidation). Zweitens dient der Liquidationswert als absolute Wertuntergrenze in jedem anderen Bewertungskontext: Kein vernünftiger Käufer zahlt mehr als den Liquidationswert, wenn er das Unternehmen ebensogut liquidieren könnte.

Schritte der Liquidationswertermittlung

Schritt 1: Inventarisierung und Einzelbewertung der Vermögensgegenstände

Alle Vermögensgegenstände des Unternehmens werden inventarisiert und zu den voraussichtlich erzielbaren Veräußerungswerten bewertet: Anlagevermögen (Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien), Umlaufvermögen (Vorräte, Forderungen, Wertpapiere) und immaterielle Werte (sofern separat veräußerbar). Der Liquidationswert liegt regelmäßig deutlich unter dem Buchwert.

Schritt 2: Abzug von Verbindlichkeiten und Abwicklungskosten

Von den Bruttoerlösen werden alle Verbindlichkeiten (Bankdarlehen, Lieferantenverbindlichkeiten, Rückstellungen) sowie Abwicklungskosten (Sozialplankosten, Steuerverbindlichkeiten, Leasingkündigungs-Pönalen, Maklerhonorare etc.) abgezogen. Häufig machen diese Kosten einen erheblichen Teil des Bruttoerlöses aus.

Schritt 3: Nettoliquidationswert

Der verbleibende Betrag ist der Nettoliquidationswert – das, was den Gesellschaftern oder Gläubigern nach vollständiger Abwicklung verbleibt. Dieser Wert ist der Maßstab des Best-Interest-Tests nach StaRUG und die Vergleichsgröße in Insolvenzplanverfahren.

Geordnete vs. erzwungene Liquidation

Bei einer geordneten Liquidation (ausreichend Zeit für sorgfältigen Verkauf) sind höhere Erlöse erzielbar als bei einer erzwungenen Liquidation (schneller Zwangsverkauf unter Zeitdruck). Valuation Partners differenziert explizit zwischen diesen Szenarien und begründet, welches Szenario im Einzelfall maßgeblich ist.

Anwendungsbereiche & Grenzen

Das vereinfachte Ertragswertverfahren ist ein bewährtes Instrument — mit klaren Stärken und bekannten Grenzen, die wir offen kommunizieren.

Grenzen & Einschränkungen

  • Unterschätzt den Wert fortführungsfähiger Unternehmen stark
  • Immaterielle Werte (Kundenstamm, Marken, Mitarbeiter) gehen bei Liquidation verloren
  • Erlöse bei Zwangsliquidation sind schwer vorhersagbar
  • Kein Maß für den Wert des laufenden Geschäftsbetriebs
  • Als alleinige Methode nur bei tatsächlich geplanter Liquidation angemessen
  • Unterschiedliche Ergebnisse je nach Liquidationszeitraum und Marktbedingungen

Stärken & Anwendungsfälle

  • Absolute Wertuntergrenze – fundiert und im Bewertungsrecht anerkannt
  • Unverzichtbar in Insolvenz-, StaRUG- und Sanierungsverfahren
  • Kein Prognoserisiko: basiert auf greifbaren Vermögenswerten
  • Gibt Gläubigern klare Grundlage für Verhandlungen über Sanierungspläne
  • Erkennbar konservativ – weniger angreifbar als zukunftsorientierte Bewertungen
  • Schnell erstellbar bei guter Datenlage

Abgrenzung zu anderen Bewertungsmethoden

Kriterium

Diese Methode

Andere Anbieter

Annahme

Unternehmensauflösung (No Going Concern)

Ertragswert/DCF: Fortführung (Going Concern)

Werthöhe

Immer Untergrenze

Ertragswert/DCF: Regelmäßig höher

Immaterielle Werte

Verloren oder minimal

Ertragswert/DCF: Im Ertrag enthalten

Einsatz als Hauptmethode

Nur bei geplanter Liquidation

Ertragswert/DCF: Standard für Fortführung

StaRUG / Insolvenz

Zentraler Maßstab (Best Interest Test)

DCF: Fortführungswert als Gegenpol

Steuerlich

Nicht maßgeblich

IDW S1/VEWV: Maßgebliche Methoden

Der Liquidationswert ist nie das Ziel – er ist der Maßstab. Liegt der Fortführungswert oberhalb des Liquidationswerts, lohnt die Sanierung aus ökonomischer Sicht. Liegt er darunter, ist die Liquidation die vorzuziehende Handlungsoption.

Ihr Mehrwert mit Valuation Partners

1
End-to-End-Begleitung: Von der Erstbewertung bis zum erfolgreichen Transaktionsabschluss
Black and white sketch of a winding path through grassy hills with wildflowers leading to mountains with the sun shining brightly behind them.
2
IDW S1-Expertise: vollstaendige methodische Strenge auf hoechstem fachlichem Niveau
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4
Verhandlungssicherheit: fachlich fundierte Basis fuer jede Preisdiskussion mit dem Kaeufer
Five business professionals in formal attire actively discussing around a table in a modern office with large windows overlooking a cityscape.
5
Persoenliche Verantwortung der Partner – keine Delegation an Berufseinsteiger
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Liquidationswert als Grundlage für Sanierungsentscheidung oder Gläubigerschutz.

Valuation Partners erstellt Liquidationsgutachten, die Restrukturierungsrichtern und Gläubigern standhalten.
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Dr. Martin Moll

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Leonard Lissowski

Ext. Advisor

Häufige Fragen

Liquidationswertverfahren

Wann ist der Liquidationswert in einem Insolvenzverfahren relevant?

Im Insolvenzverfahren ist der Liquidationswert auf mehreren Ebenen relevant: als Maßstab für den Insolvenzplan (kein Gläubiger darf durch den Plan schlechter gestellt werden als bei Liquidation), als Grundlage für Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und potenziellem Erwerber und als Untergrenze für Vergleichsangebote. Valuation Partners erstellt Liquidationsgutachten, die diesen Anforderungen prüfungssicher genügen.

Wie unterscheidet sich der Liquidationswert vom Substanzwert?

Beide Konzepte bewerten die Vermögensgegenstände eines Unternehmens – aber mit unterschiedlicher Zielsetzung. Der Substanzwert (Reproduktionswert) bewertet zu Wiederbeschaffungskosten: Was kostet es, das Vermögen neu zu schaffen? Der Liquidationswert bewertet zu erzielbaren Veräußerungspreisen: Was bringt das Vermögen bei Verkauf? Der Liquidationswert liegt fast immer unter dem Substanzwert, da Liquidationsrabatten und Veräußerungskosten den Erlös mindern.

Kann ein Unternehmen auch beim Schuldner als Fortführungswert bewertet werden, obwohl Insolvenz droht?

Ja – und das ist sogar der Regelfall in StaRUG-Verfahren: Der Restrukturierungsplan zeigt auf, dass der Fortführungswert (bei erfolgreicher Sanierung) den Liquidationswert übersteigt. Diese Differenz bildet den 'Sanierungs-Mehrwert', der zwischen den Stakeholdern verhandelt wird. Valuation Partners erstellt beide Gutachten – Liquidationswert und Fortführungswert – für den vollständigen Sanierungsvergleich.